Wie unsere Stadtbibliothek Service-Videos in vier Sprachen machte — ohne Budget und ohne Studio
FreeLipSync läuft direkt im Browser: Gesicht hochladen, Audio oder ein Textskript hinzufügen, und nach rund 30 Sekunden hat man einen sprechenden Clip
Ich arbeite in einer Stadtbibliothek in einem Viertel, in dem viele Familien zu Hause kein Deutsch sprechen. Unsere Angebote sind gut: mehrsprachige Vorlesestunden, ein kostenloser Bibliotheksausweis für Geflüchtete, Medien in Dutzenden Sprachen. Das Problem war nie das Angebot — es war, die Menschen zu erreichen, die es am dringendsten brauchen, in einer Sprache, bei der sie nicht weiterscrollen.
Also habe ich dieses Frühjahr angefangen, kurze Ankündigungen zu drehen und sie in mehrere Sprachen zu bringen. Ohne neue Kamera, ohne Fördergeld, ohne Cutter. So geht's.
Kurzes Fazit
Wenn eure Bibliothek eine Ankündigung in mehreren Sprachen braucht — und ihr kein Medienteam habt — nehmt sie einmal auf Deutsch auf und lasst sie mit FreeLipSync auf Arabisch, Türkisch oder Ukrainisch neu vertonen, wobei die Lippen wirklich zur neuen Sprache passen. Kostenlos, ohne Anmeldung, ohne Wasserzeichen bei kurzen Clips. Für eine öffentliche Einrichtung, die jeden Euro zählt, ist das schwer zu schlagen.
Warum das gerade jetzt zählt
Interkulturelle Bibliotheksarbeit ist keine Kür, sondern Auftrag: Mehrsprachige und internationale Medien gehören zum Pflichtangebot öffentlicher Bibliotheken, und Häuser wie die Dortmunder Bibliothek führen inzwischen Medien in 111 Sprachen. Vorlesestunden auf Arabisch, Französisch, Türkisch oder Ukrainisch sind vielerorts Standard. Bibliotheken gelten als wichtige Partnerinnen der Integration, weil mehrsprachiges Lesen Grenzen überwindet.
Nur: Ein Flyer in fünf Sprachen reist auf Social Media nicht so wie ein freundliches Gesicht. Und die Kinderbibliothekarin in vier Sprachen nachzudrehen, die sie nicht spricht, ist keine Option. Untertitel helfen, aber eine Zeile unter einem deutsch sprechenden Mund ist nicht dasselbe, wie direkt angesprochen zu werden. Für neu zugewanderte Familien, die überlegen, ob die Bibliothek „für sie" ist, macht genau diese Wärme den Unterschied.
Was ich konkret mache
Ich drehe mit dem Handy einen Clip von etwa 20 Sekunden: ich zwischen den Regalen, auf Deutsch, mit einer einzigen Botschaft — etwa „Der Ausweis ist für euch kostenlos, kommt einfach vorbei." Mehr Dreh ist das nicht.
Dann schreibe ich dasselbe Skript in den Sprachen auf, aus denen unsere Nachbarschaft besteht. Wer die Sprache nicht kann, kommt mit einem kostenlosen Übersetzer plus kurzer Gegenprüfung durch eine muttersprachliche Kollegin für 20 Sekunden gut hin.
Zuletzt lege ich den Clip in FreeLipSync, füge das übersetzte Audio hinzu (oder tippe das übersetzte Skript und lasse es sprechen), und die Lippen werden neu synchronisiert. Ich exportiere je Sprache eine saubere Version und poste sie auf Instagram und in die Elternchats der DaF-Kurse.
Einmal hochladen, Audio je Sprache tauschen — die Lippen synchronisieren sich in jeder Version neu
Der kostenlose Tarif von FreeLipSync, konkret
Ich werde konkret, weil „kostenlos" im Netz meist „kostenlos, bis es drauf ankommt" heißt. FreeLipSync startet im Browser ohne Konto. Kurze Clips — der kostenlose Tarif der Seite reicht bis etwa 20 Sekunden pro Generierung, genau die Länge einer guten Ankündigung — kommen ohne Wasserzeichen heraus. Genau das gab den Ausschlag. Die meisten Gratis-Tools klatschen ein Logo über das Gesicht, und auf dem Kanal einer öffentlichen Einrichtung sieht das unseriös aus.
Es macht auch Text-zu-Video, also tippe ich an Tagen ohne Lust auf Dreh einfach die Zeile in der anderen Sprache, und aus einem einzigen Foto entsteht eine sprechende Version. Ein Paket aus vier Sprachen ist schneller fertig, als ich früher einen einzigen Aushang gestaltet habe.
Perfekt? Bei schneller Sprache lasse ich einen Clip manchmal neu laufen, um die Synchronität zu schärfen. Aber bei einer ruhigen, herzlichen Ankündigung ist es so gut, dass Familien in den Kommentaren annehmen, wir sprächen ihre Sprache fließend.
Für wen sich das lohnt
Stadtbibliotheken und Büchereien, VHS-Standorte, Familienzentren und kommunale Integrationsstellen — überall, wo dieselbe Info immer wieder mehrsprachig raus muss. Wenn eure Nutzerschaft nur eine Sprache spricht, lasst es. Aber wenn eure Vorlesestunden schon auf Arabisch und Ukrainisch laufen, sollten eure Ankündigungen es auch.
Schlussgedanke
Die Bibliothek, die Neuzugewanderte erreicht, ist nicht die mit dem schönsten Gebäude, sondern die, die einer fremdsprachigen Familie das Gefühl gab, gemeint zu sein — in ihrer Sprache. Das brauchte früher ein Produktionsbudget. Jetzt braucht es einen Handy-Clip und ein paar Minuten.
Nehmt eure Ankündigung einmal auf und lasst FreeLipSync in jeder Sprache eures Viertels sprechen. Kostenlos, ohne Anmeldung, auf freelipsync.com.
